Die Bau- und Leistungsbeschreibung sollte man auf Herz und Nieren prüfen

 

(djd). Die Bau- und Leistungsbeschreibung ist das Herzstück eines jeden Bauvertrags. In der Baubeschreibung ist das geplante Eigenheim detailliert und vollständig dargelegt – so die Idealvorstellung und seit der Novelle des Baurechts im Jahr 2018 auch die gesetzliche Anforderung. In der Praxis erleben die unabhängigen Sachverständigen des Verbraucherschutzvereins Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) allerdings, dass die Unterlagen zum Bauvertrag nicht immer den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. So weisen sie häufiger Lücken auf oder lassen größere Interpretationsspielräume zu. Für den Bauherren bedeutet das Unsicherheit über das, was er am Ende für sein Geld bekommt.

 

Bau- und Leistungsbeschreibung
Die Bau- und Leistungsbeschreibung ist ein äußerst wichtiger Bestandteil des Bauvertrags. Sie muss detaillierte Angaben zum gesamten Hausprojekt enthalten.
Foto: djd/Bauherrenschutzbund/Marko Priske

 

Verbraucher haben Anrecht auf detaillierte Baubeschreibung

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Andreas May, Vorstand des BSB, empfiehlt Bauwilligen, der Baubeschreibung ebenso viel Aufmerksamkeit zu schenken wie dem Entwurf des Bauvertrags. Die Baubeschreibung sollte Punkt für Punkt durchgegangen und unter die Lupe genommen werden. Unterstützung dabei bieten zum Beispiel die unabhängigen BSB-Bauherrenberater an, deren Adressen der Verein unter www.bsb-ev.de** veröffentlicht. Dort steht auch der Leitfaden zur Bau- und Leistungsbeschreibung als kostenloser Download zur Verfügung. Die Broschüre wird auf Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages durch das Bundesministerium der Justiz gefördert. Neben einer detaillierten Beschreibung der technischen und qualitativen Ausführung aller Komponenten des neuen Hauses ist es wichtig, darauf zu achten, was die Leistungsbeschreibung nicht enthält. Lücken mit Fantasie und Zweckoptimismus zu füllen, birgt Gefahren: Was nicht in den Unterlagen steht oder nicht ausreichend aussagekräftig beschrieben ist, muss ergänzt werden – sonst hat der Bauherr kein Anrecht auf die fehlenden Leistungen.

 

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Wichtig ist auch, was nicht drinsteht

Als Beispiel nennt der BSB die Vorbereitung des Grundstücks für den Bau einschließlich Zufahrt und Anfahrtsweg für die Baufahrzeuge. Ist diese Leistung nicht in der Beschreibung enthalten oder ist sie „bauseitig“ zu erbringen, dann liegen diese Arbeiten in der Verantwortung des Bauherren. Das heißt, er muss sie gesondert beauftragen und mit erheblichen Zusatzkosten rechnen. Die eventuell nötigen Änderungen und Ergänzungen lassen sich in einer sachverständigen Beratung gut herausarbeiten. So hat der Bauherr eine Handhabe, um mit dem Bauunternehmen auf Augenhöhe zu verhandeln und Korrekturen oder Erweiterungen in seinem Sinne durchzusetzen.

 

Bau- und Leistungsbeschreibung
Vor der Unterschrift unter einem Bauvertrag fürs neue Eigenheim lohnt es sich, die Bau- und Leistungsbeschreibung mit sachverständiger Unterstützung zu überprüfen.
Foto: djd/Bauherren-Schutzbund

 

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Die Bau- und Leistungsbeschreibung ist das Herzstück eines jeden Bauvertrags. In der Baubeschreibung ist das geplante Eigenheim detailliert und vollständig beschrieben – so die Idealvorstellung und gesetzliche Anforderung. In der Praxis erleben die Sachverständigen des Verbraucherschutzvereins Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) aber immer wieder, dass die Unterlagen zum Bauvertrag nicht dem Gesetz genügen. Vorstand Andreas May empfiehlt Bauwilligen, der Baubeschreibung ebenso viel Aufmerksamkeit zu schenken wie dem Bauvertrag. Unterstützung dabei bieten unabhängige BSB-Bauherrenberater an, deren Adressen der Verein unter www.bsb-ev.de** veröffentlicht. Einen ersten Überblick erhalten Verbraucher im Leitfaden Bau- und Leistungsbeschreibung, der kostenlos beim BSB bestellt werden kann.