Dezentrale Lösungen können für Klimaschutz und Geldbeutel oft effizienter sein

 

(djd). Klimaschutz ist in aller Munde, denn die derzeitigen Prognosen der Experten sind dramatisch: Wenn der Treibhausgasausstoß nicht deutlich gesenkt wird, könnte die Durchschnittstemperatur auf der Erde bis zum Jahr 2100 um weitere fünf Grad steigen – mit fatalen Folgen. Nicht nur Staaten sind dabei gefordert, sondern jeder einzelne Haushalt. Vor allem im Gebäudebereich gibt es in Deutschland noch viel Potenzial, CO2-Emissionen zu reduzieren und damit auch Kosten einzusparen. Moderner Heizungs- und Ofentechnik unter Einbindung erneuerbarer Energien kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Allerdings können immer mehr Bauherren, Haus- und Wohnungsbesitzer aufgrund von Zwangsvorgaben nicht mehr frei über ihr Heizsystem und damit auch über die Art des bevorzugten Energieträgers entscheiden, sondern sind an zentrale Fernwärmenetze und -verträge langfristig gebunden.

 

Heizsystem mit Kachelofen
Verbraucher sollten sich in Sachen Wärmeversorgung frei für individuelle, effiziente und umweltfreundliche Lösungen entscheiden dürfen.
Foto: djd/Allianz Freie Wärme/GVOB

 

Fernwärme ist kein ökologischer Selbstläufer

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Wie gut Fernwärme unter ökologischen Gesichtspunkten abschneidet, hängt vor allem davon ab, wie sie erzeugt und welcher Brennstoff dabei genutzt wird, automatisch ist sie daher nicht umweltfreundlicher. Die Haushalte selbst können in jedem Fall keine individuelle Heizungs- und Ofentechnik mehr wählen, eine Kündigungsoption gibt es bei Fernwärmeverträgen in der Regel nicht. Auch bei Preiserhöhungen ist ein Anbieterwechsel oftmals ausgeschlossen, die einzige Alternative ist ein Umzug. „Verbraucher müssen die vorgegebenen Preise akzeptieren und können von Einkaufs- und Bevorratungsvorteilen wie regional verfügbarem Holz oder diversen staatlichen Förderungen nicht profitieren“, erklärt Colin Rokossa, Sprecher der Allianz Freie Wärme. Mehr Informationen zum Thema gibt es unter www.freie-waerme.de**. „Fernwärme ist keineswegs ein ökologischer und bezahlbarer Selbstläufer, denn der Anteil erneuerbarer Energien daran sowie Kostenersparnisse sind nicht garantiert“, betont Colin Rokossa.

 

Monteur kontrolliert das Heizsystem
Haushalte sollten möglichst bei ihrem individuellen Heizsystem bleiben und das System regelmäßig optimieren lassen.
Foto: djd/ZVSHK

 

Mit frei wählbaren Heiztechniken auf erneuerbare Energien setzen

Mit einer dezentralen Lösung können Haushalte dagegen auf flexible, effiziente Heizungs- und Ofentechniken unter Einbindung vielfältig kombinierbarer Energien wie Holz, Bio- beziehungsweise synthetische Brennstoffe und Sonne setzen, Energie sparen und dadurch CO2-Emissionen effektiv reduzieren. „Bauherren und Haushalte, denen von der Kommune ein Wärmenetzanschluss in ihrem Wohnviertel neu angeboten wird, sollten diese Verträge genau prüfen, eher bei ihrer individuellen Heizungstechnik bleiben und sich alle Optionen offenhalten“, so der Ratschlag von Colin Rokossa.

 

Heizsystem im Keller
Eine Wärmepumpe kann mit einem Kaminofen kombiniert werden, auf diese Weise lässt sich Holz als regenerativer Energieträger ins Heizkonzept einbinden um die Stromkosten zu reduzieren.
Foto: djd/BDH/ZVSHK

 

Das Heizsystem individuell zusammensetzen

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Moderner Heizungs- und Ofentechnik unter Einbindung erneuerbarer Energien kommt beim Klimaschutz eine wichtige Rolle zu. Allerdings können immer mehr Haus- und Wohnungsbesitzer aufgrund von Zwangsvorgaben nicht mehr frei über ihre Heizung und damit auch über die Art der Energieträger entscheiden, sondern sind an zentrale Fernwärmenetze und -verträge gebunden. „Bei einer dezentralen Lösung können Haushalte dagegen auf flexible, effiziente Heizungs- und Ofentechniken unter Einbindung vielfältig kombinierbarer Energien wie Holz und Sonne setzen“, so Colin Rokossa, Sprecher Allianz Freie Wärme. Mehr Infos gibt es unter www.freie-waerme.de**. Haushalten, denen von der Kommune ein Wärmenetzanschluss angeboten wird, sollten bei ihrer individuellen Heizungstechnik bleiben, rät der Experte.

 

Dezentrales Heizsystem
Bei einer dezentralen Lösung können Haushalte auf flexible, effiziente Heizungs- und Ofentechniken – hier ein Pelletkessel – unter Einbindung von CO2-neutralem Holz setzen.
Foto: djd/Allianz Freie Wärme/U. Seidel