Welche Vorschriften gilt es zu beachten?

 

Einen Flüssiggastank richtig aufstellen: Gibt es keinen Erdgasanschluss vor Ort tendieren viele Hausbesitzer heutzutage zu modernen Gasthermen mit Flüssiggas. Geht es darum einen Flüssiggastank im Garten oder sogar im Haus aufzustellen, müssen einige Flüssiggastank Sicherheitsvorschriften und Regeln** beachtet werden.
In allen deutschen Bundesländern gilt: Bis zu einer Größe von 2,9 Tonnen darf ein Flüssiggastank baugenehmigungsfrei aufgestellt werden. Ein großer Vorteil gegenüber Heizöl ist, dass Flüssiggas nicht wassergefährdend ist und auch in Wasserschutz- und Naturschutzgebieten ohne Auflagen aufgestellt werden darf. In Hochwasser- und Überschwemmungsgebieten benötigt man allerdings eine bauaufsichtliche Genehmigung nach Wasserhaushaltsgesetz (WHG) §78**.
In diesen Gebieten muss allerdings eine Auftriebssicherung am Gastank installiert werden. Diese besteht üblicherweise aus einer Betonplatte, an die der Behälter mittels spezieller Stahlbänder fixiert wird. Grundsätzlich gilt hier, dass die Sicherung mit einem Faktor von 1,3 gegen das Aufschwemmen des leeren Flüssiggastanks absichern muss.

 

Flüssiggastank
Geht es darum einen Flüssiggastank im Garten oder sogar im Haus aufzustellen, müssen einige Flüssiggastank Sicherheitsvorschriften und Regeln** beachtet werden – Foto: Adobe

 

Um den Flüssiggastank herum gibt es zwei Schutzzonen, die sogenannten Ex Zonen

Zone 1:

In diesem Bereich kann sich im Normalbetrieb unter Umständen eine explosionsfähige Gas-Mischung bilden. Beim oberirdischen Flüssiggastank ist dies 1 Meter rund um dem Domdeckel, beim unterirdischen Gastank nur innerhalb des Domschachts. In diesem Bereich des Flüssiggastanks dürfen sich niemals Zündquellen befinden!

Zone 2:

Hier kann sich während des Befüllens des Gastanks eine entzündliche Gas-Luft-Mischung bilden. Wird der Gastank befüllt, darf währenddessen in diesem Bereich zum Beispiel nicht der Rasen gemäht werden. Beim oberirdischen Gastank ist die Zone 2 ein 3 Meter Radius um die Mitte des Domdeckels. Bei einem unterirdischen Gastank gilt dieser 3 Meter Radius um den äußeren Rand des Deckels.
Innerhalb dieser 3 Meter dürfen sich außerdem nicht befinden:

  • Offene Kanäle
  • Offene Schächte
  • Öffnungen zu tieferliegenden Räumen, z.B. Kellereingänge
  • Nicht EX-geschützte elektronische Geräte
  • Luftansaugöffnungen

 

Unterirdischer Flüssiggastank
Bei einem unterirdischen Gastank gilt die Schutzzone 2 in einem Radius von 3 Meter um den äußeren Rand des Deckels – Foto: Adobe

 

Abstände zu Nachbargrundstücken und dem Haus

Theoretisch darf man den Gastank direkt an die Grundstücksgrenze zum Nachbarn stellen, sofern man sich an die Vorgaben der Landesbauordnung hält und die Vorschriften der TRF (technische Regeln Flüssiggas) beachtet. Es sollte allerdings ein Abstand von mindestens einem Meter eingehalten werden, damit der Flüssiggastank im Zweifel problemlos von allen Seiten neu lackiert werden kann. Um den Gastank herum befinden sich Schutzzonen, empfehlenswert ist es auch diese einzuhalten.
Beim oberirdischen Flüssiggastank beträgt der Mindestabstand zum Haus üblicherweise 1 Meter, in Ausnahmefällen kann man die Entfernung auf 50 Zentimeter reduzieren. Hier muss man auf sogenannte Projektionsflächen achten und bestimmte Abstände zu Fenstern und Türen einhalten.
Der unterirdische Gastank muss einen Abstand von 80 Zentimetern zum Haus und anderen unterirdischen Leitungen haben.
Der oberirdische Gastank muss mindesten 5 Meter Abstand zu Brandlasten haben, dazu zählen beispielsweise Brennholz, aber auch ein Carport oder ein Wohngebäude aus Holz. Die genauen Abstände sind auch abhängig von der Größe der jeweiligen Brandlast, je größer die Brandlast desto größer muss auch der Abstand ausfallen. So kann es sein, dass der Abstand größer als 5 Meter sein muss. Verringern lassen sich die Abstände üblicherweise durch sogenannte Strahlungsschutzbleche oder die Errichtung einer Schutzwand zwischen Gastank und Brandlast.
Einfacher ist es beim unterirdischen Flüssiggastank, verfügt dieser über einen Domschachtdeckel aus Stahlblech, müssen keine besonderen Schutzabstände eingehalten werden.

 

Flüssiggastank an der Grundstücksgrenze
Flüssiggastank richtig aufstellen – Theoretisch darf man den Gastank direkt an die Grundstücksgrenze zum Nachbarn stellen, sofern man sich an die Vorgaben der Landesbauordnung hält und die Vorschriften der TRF (technische Regeln Flüssiggas) beachtet – Foto: Adobe

 

Aufstellung in der Garage oder dem Haus

Grundsätzlich ist es möglich den Gastank in einer Garage, im Haus, im Schuppen oder in einer Halle aufzustellen.
Allerdings müssen hier folgende Flüssiggastank-Sicherheitsvorschriften eingehalten werden:

  • Es muss zwei Lüftungsöffnungen direkt ins Freie geben. Eine Öffnung muss sich am Boden befinden, die zweite unter der Decke angebracht werden (beide müssen jeweils mindestens die Größe von 1/100 der Bodenfläche haben
  • Der Gastank muss eine Abblaseleitung vom Sicherheitsventil nach außen haben, sollte das Ventil auslösen, muss das Gas unbedingt nach draußen abgeleitet werden
  • Mindestens eine Tür, die sich nach außen öffnet und direkt ins Freie führt.
  • In dem Raume dürfen sich keine Zündquellen befinden (auch hier gilt: nur ex-geschützte Elektroinstallationen), keine offenen Kanäle, offene Schächte oder Gruben
  • Der Boden darf nicht allseits des Gebäudes tiefer sein als die Geländeoberfläche. Diese Vorschrift bedingt, dass man einen Flüssiggastank unter keinen Umständen im Keller aufstellen darf.
  • Die Wände des Aufstellraumes benötigen bestimmte Feuerwiderstandsklassen
  • Der Raum darf nicht als Lager benutzt werden, selbstverständlich dürfen dort keine brennbaren oder explosionsfähigen Stoffe lagern.

Schaut man sich die Vorschriften für die Aufstellung innerhalb eines Gebäudes an, ist es üblicherweise empfehlenswerter, einen unterirdischen Gastank zu kaufen oder mieten. So spart man sich den Platz und muss deutlich weniger Vorschriften beachten. (bgb)

 

Grube für einen Gastank
Bei den zahlreichen Vorschriften für die Aufstellung innerhalb eines Gebäudes, ist ein unterirdischer Gastank meist lohnender – Foto: Adobe